Die ist gerade ein wenig durcheinander. Nicht unschön aber verwirrend und irgendwie auch nicht wirklich da. Zwischen den Welten fühle ich mich. Denn ich glaube ich habe nicht nur eine sondern mehrere Welten. Zwischen ihnen zu wechseln und neue zu entdecken ist zwar sehr schön aber auch anstrengend. Es zieht. Im Bauch und auch etwas weiter oben, irgendwo da wo ich Glück fühlen kann. Wenn der Glücksmoment langsam schwächer wird oder eben nicht mehr so konzentriert da ist wie das in der Ferne für mich manchmal ganz schnell möglich ist. Dann, daheim, kommt die Anspannung und die Verschwommenheit. Nachhause zukommen nach einer Reise ist wie ausatmen, bloß das man dann überrascht feststellt dass das einatmen hier viel mühsamer ist. Draußen ist es dunkel aber bald wird es hell.
Meine Welt gestern war voller Lachen, voller blühender violetter Bäume, voll von dem Geräusch von Füßen ohne Schuhe auf Kopfsteinpflaster in engen Straßen, voll vom Geruch von Sonnenstrahlen und Meerwind in gerade gewaschenen noch nassen Haaren. Voller starkem Cafe in kleinen Tassen am Vormittag. Dem leicht gespannten Gefühl der Haut von ein wenig zu viel Sonne. Voll von jeden Tag Nudeln essen aber es jedes mal genießen. Voller verschiedener Sprachen. Portugal. Lisboa! Farbenfreude. Musik. Voller Tanz, rennen und Springen!

Meine Welt heute. Die kann ich irgendwie noch gar nicht so richtig sehen. Zuviel Müdigkeit ist da und noch ist es zu dunkel. Noch zu sehr zwischen den Welten? Ein Lächeln ist auf dem Gesicht geblieben und es geht nicht weg, soll es auch gar nicht. Wenn ich meine Augen zumache ist die Gestern-Welt viel stärker da, ich kann nach ihr greifen, mich rückwärts in sie reinfallen lassen und mich anlehnen.
Es ist das Gefühl das ich habe wenn ich ein Buch zuklappe das mich berührt hat. Die Letzten Seiten lese ich immer am allerlangsamsten denn ich möchte das Ende herauszögern, den Moment in dem ich den Buchdeckel schließen muss, wissend das ich nun alles kenne was zwischen den Seiten steht. Ich kann es noch mal lesen und neu entdecken aber es wird anders sein, ich werde es anders und neu erleben.
Deswegen sitze ich jetzt hier. Im Dunkeln. Schreibe. Versuche meine Welt festzuhalten und sie gleichzeitig loszulassen.
Die Reise nach Lissabon eine Kurzgeschichte? Wenn ja, dann eine sehr volle. Ein wunderschöner, wenn auch kurzer Roman. Ein verrückter Ausflug in eine andere Welt und der Versuch sie Teil meiner Welt werden zu lassen.
Ich will. Vieles! Momentan vor allem ein wenig mehr landen im täglichen Leben und an diesem Ort. Viele kleine Gesten und Dinge die ich sehe auch hier schätzen zu lernen und auch hier erforschen und entdecken zu können mit dem Gefühl immer wieder neues wahrzunehmen. Begegnungen. Offen zu sein und die Schönheit um mich herum zu genießen. Denn hier ist sie auch.
Ich will mehrere Texte schreiben. Über meine vielen verschiedenen Welten oder eben meine eine die sich aber ständig umformt und verändert. Voller und Runder wird. Meine Welt. Ein wenig unheimlich aber auch sehr schön. Jeden Tag neu: unheimlich schön!
Jara
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